THOMAS KESSLER

RENATA KOLWICZ


"MOVE"


20. Feb - 09. Apr 2026

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KÜNSTLERDUO




THOMAS KESSLER

RENATA KOLWICZ 





"Move"



20. Feb - 09. Apr. 2026




move. / in Bewegung


Bewegung ist kein Zustand, sondern ein Geschehen. Sie trägt das Universum ebenso wie den einzelnen Gedanken, den Atem, das leise Verschieben der Zeit. Die Ausstellung move. / in Bewegung versammelt Werke zweier künstlerischer Positionen, die dieser Urkraft aus unterschiedlichen Richtungen begegnen – und sich gerade darin berühren.

Thomas Kessler, Komponist und Klangforscher, versteht das Gestalten von Kunst als Arbeit an der Zeit. Für diese Ausstellung verlagert er seine kompositorische Praxis in den Raum des Visuellen. Abstrakte, meist grafische Videos entfalten sich in überlagerten Zeitebenen, in klaren Layerstrukturen, reduziert und präzise. Bewegung erscheint hier als rhythmische Ordnung, als Verdichtung und Dehnung, als stilles Fortschreiten. Korrespondierende Klangkompositionen vertiefen diese Prozesse, ohne sie zu illustrieren. Ergänzt wird die Präsentation durch ausgewählte Grafiken, die derselben ästhetischen Haltung folgen: Konzentration statt Überfluss, Präsenz statt Effekt.

Einen anderen, beinahe entgegengesetzten Weg geht Renata Kolwicz. Als Bildhauerin arbeitet sie mit Keramik, einem Material, das Zeit, Hitze und Zufall in sich trägt. Ein Schwerpunkt liegt auf Skulpturen, die in der japanischen Raku-Technik entstanden sind. Ihre Formen erinnern an natürliche Wachstums- und Wandlungsprozesse, ohne sie abzubilden. Bewegung wird hier nicht gezeigt, sondern angehalten – als Momentaufnahme eines fortwährenden Geschehens, eingefroren im amorphen Körper der Skulptur.

Was beide Positionen verbindet, ist weniger das Medium als die Haltung. Beide verstehen Kunst als Gespräch, als Angebot an die Vorstellungskraft. move. / in Bewegung lädt nicht zur Deutung ein, sondern zur eigenen Bewegung im Denken. Die unausgesprochene Frage bleibt im Raum: "Was bewegt dich?“




Renata Kolwicz


lebt und arbeitet in Düsseldorf und Zduny (PL).

– Aufgewachsen in den gesellschaftlichen Umbrüchen des polnischen Sozialismus der

Achtzigerjahre, in einem Spannungsfeld zwischen Revolutionsbewegung,

Kriegszustand und der ländlichen Idylle des großväterlichen Bauernhofs.

Die frühkindlichen Naturbegegnungen entwickeln sich in der Jugend zum

ausgeprägten naturwissenschaftlichen Interesse, das später in den keramischen

Arbeiten seine künstlerische Übersetzung finden sollte.

– 1991 Aufbruch zum Studium der Germanistik nach Deutschland, erste keramische

Arbeiten, ab 2000 im Düsseldorfer Atelier von Felicitas Lensing-Hebben.

Fasziniert von organischen Formen, Strukturen und natürlichen

Wachstumsprozessen, arbeitet Renata Kolwicz an einer abstrahierenden

Interpretation des Wesens der Natur, ihrer Kraft und Zerbrechlichkeit.

Die Vielschichtigkeit des menschlichen Wesens und seiner Beziehungen zu sich selbst

und der Umwelt bildet ein weiteres Kapitel der skulpturalen Arbeit: Übersetzungen

kontrastierender Begriffspaare wie ‚Innen und Außen‘, ‚Individuum und Gruppe‘,

‚Freiheit und Sicherheit‘.




Thomas Kessler


Seine impressionistischen Klavier-Solostücke erreichen international ein

millionenfaches Publikum. Doch vor allem ist der Düsseldorfer Komponist und

Klangforscher ein neugieriger Grenzgänger zwischen den Künsten. Seit Jahrzehnten

erforscht er die Wirkung von Klang und Musik auf die menschliche Wahrnehmung –

und die feinen Übergänge zwischen Hören und Sehen.

Die Ausstellung präsentiert seine neuesten Arbeiten erstmals als Zusammenspiel

bewegter Videobilder und korrespondierender Klanglandschaften. Bild und Ton

begegnen sich hier auf Augenhöhe und entfalten gemeinsam einen offenen

Wahrnehmungsraum.

Mit einem Augenzwinkern beschreibt Kessler seinen Weg so:

„Kurz nachdem ich Trinken und Essen gelernt hatte, begann ich zu zeichnen. Mit acht

Jahren kam die Musik dazu. Beide Ausdrucksformen verschmolzen für mich ganz

selbstverständlich zu etwas Untrennbarem.“

Aus dieser frühen Verbindung erwuchs eine lebenslange Auseinandersetzung mit

dem Phänomen der Synästhesie – der gleichzeitigen Wahrnehmung verschiedener

Sinnesreize. Das intuitive Gespür dafür, wie ein Bild klingt oder eine Musik aussieht,

prägte auch seine zahlreichen Kompositionen für Natur-Dokumentationen in Film

und Fernsehen.

Im Zentrum seines Schaffens stand dabei stets die eigene künstlerische Handschrift,

nicht die Festlegung auf ein Genre. Diese Offenheit führte im Laufe seiner Karriere zu

Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt.


Installationsansichten


Ausgewählte Exponate