JANOS SCHAAB


POP ART / OP ART




"WEGLASSEN IST SCHWIERIGER ALS HINZUFÜGEN"


08. Sep - 30. Okt 2026

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    Frank Schablewski

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JANOS SCHAAB








"Weglassen ist schwieriger als hinzufügen"



08. Sep - 30. Okt 2026




It’s more difficult to leave out than to add.

Weglassen ist schwieriger als hinzufügen


Kaum ein Satz beschreibt die künstlerische Arbeitsweise von **Janos Schaab** treffender als dieses Zitat. Seine Werke entstehen nicht durch das fortwährende Hinzufügen von Details, sondern durch konsequente Reduktion. In diesem Prozess des Weglassens entwickelt Schaab eine Bildsprache, die den Blick des Betrachters herausfordert und zugleich die Grundlagen unseres Sehens hinterfragt.


Der 1960 in Ungarn geborene Künstler bewegt sich souverän zwischen den Bildwelten der Pop Art, Op Art und Street Art. Dabei übernimmt er deren charakteristische Ausdrucksformen jedoch nicht einfach, sondern transformiert sie zu einer eigenständigen, unverwechselbaren Bildsprache. Seine Arbeiten setzen sich mit den Möglichkeiten und Grenzen unserer Wahrnehmung auseinander und thematisieren den ständigen Wandel zwischen Realität und Illusion.


Ausgangspunkt seiner Werke sind häufig ikonische Motive der Kunst-, Medien- und Alltagsgeschichte. Doch anstatt sie naturalistisch wiederzugeben, reduziert er sie auf ihre wesentlichen visuellen Merkmale. Porträts, Figuren oder Objekte werden in tausende fein gesetzte Punkte oder Linien aufgelöst, bis scheinbar nur noch ihre elementare Struktur erhalten bleibt. Farbe, Form und Kontur verschmelzen zu einer Komposition, die sich erst im Auge des Betrachters vollständig entfaltet.


Gerade dieses Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz bildet den Kern seines Schaffens. Aus unmittelbarer Nähe erscheinen seine Gemälde als abstrakte Konstruktionen aus Punkten, Linien und grafischen Strukturen. Mit zunehmendem Abstand verbinden sich diese Fragmente zu einer überraschend präzisen Bildwirklichkeit. Was zunächst abstrakt wirkt, gewinnt an Klarheit; was eindeutig erschien, beginnt sich wieder aufzulösen. Der Betrachter wird dadurch selbst zum aktiven Teil des Werkes, denn erst seine Bewegung im Raum lässt das Bild entstehen.


Janos Schaab untersucht damit nicht allein das Motiv, sondern den Prozess des Sehens selbst. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Innen und Außen, Konstruktion und Emotion, Reduktion und Komplexität, Gegenständlichkeit und Abstraktion. Sie machen sichtbar, dass Wahrnehmung niemals statisch ist, sondern sich fortwährend verändert und immer von Distanz, Perspektive und Erfahrung abhängt.


Hinter der scheinbaren Leichtigkeit seiner Bildwelten verbirgt sich eine außergewöhnlich präzise und zugleich hochkomplexe Arbeitsweise. Jedes Werk entsteht in einem langwierigen Prozess, in dem malerische Disziplin, mathematische Genauigkeit und gestalterische Sensibilität miteinander verschmelzen. Die streng konstruierten Kompositionen besitzen dennoch eine bemerkenswerte Lebendigkeit und emotionale Tiefe. Mit jeder erneuten Betrachtung eröffnen sich neue Details, Zusammenhänge und Bildwirkungen.


Einen wesentlichen Schlüssel zum Verständnis seines Werkes bilden Schaabs intensive Auseinandersetzung mit Architektur, Bauhaus und Fotografie. Seine Malerei bewegt sich bewusst an der Schnittstelle dieser Disziplinen. Je weiter sich der Betrachter vom Bild entfernt, desto stärker erinnert dessen Wirkung an eine fotografische Aufnahme. Aus der Nähe hingegen tritt die fein strukturierte Oberfläche der Malerei hervor und offenbart den handwerklichen Entstehungsprozess. Zwischen diesen beiden Polen entwickelt sich ein faszinierender Dialog über Wirklichkeit, Illusion und die Möglichkeiten des Bildes.


Janos Schaab zählt heute zu den international anerkannten Positionen der zeitgenössischen Kunst. Seine Werke wurden weltweit in renommierten Museen, Institutionen und Ausstellungen präsentiert und befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen, unter anderem in New York, Japan, Korea, Frankreich, der Schweiz sowie im Museum am Dom in Würzburg.


Seine Kunst fordert uns auf, den eigenen Blick immer wieder neu zu hinterfragen. Sie zeigt nicht nur, *was* wir sehen, sondern vor allem, *wie* wir sehen. Gerade darin liegt die außergewöhnliche Kraft seines Werkes: Es macht den Betrachter selbst zum wesentlichen Bestandteil des Bildes.


Janos Schaabs Werke verlangen Zeit. In einer Epoche, in der Bilder oft nur flüchtig konsumiert werden, entstehen Schals Arbeiten erst durch das bewusste Verweilen. Der Betrachter muss sich bewegen, den Abstand verändern und sich auf den Sehprozess einlassen. Das macht seine Kunst heute besonders aktuell.






Anna Maria Troner


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